Dienstag, 6. Juni 2017

Marco Tosatti fragt sich anläßlich der Pfingstpredigt, ob die päpstlichen Worte und Taten übereinstimmen.

Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae die Pfingstpredigt von Papst Franziskus in Sankt Peter. Hier geht´s zum Original:  klicken


"DER PAPST UND DIE FORDERUNG AN DIE KATHOLISCHEN "TIFOSI".  
WORTE UND FAKTEN. STIMMEN SIE ÜBEREIN?  ES SCHEINT NICHT SO"

"Mir schienen die Worte, die der regierende Pontifex gestern am 4. Juni anläßlich des Pfingstfestes in Sankt Peter ausgeprochen hat, sehr interessant. Er hat sich an alle Katholiken gewandt, als er sagte:

..."Um das zu tun ist es gut, uns zu helfen, zwei wiederkehrende Versuchungen zu vermeiden. 
Die erste ist die "Diversität ohne Einheit" zu suchen. Die folgt, wenn man trennen will, wenn man eine Seite einnimmt und Parteien bildet, wenn wir starre und wasserdichte Positionen einnehmen, wenn wir in unseren eigenen Ideen und Handlungsweisen eingeschlossen sind, wenn wir vielleicht denken, daß wir besser sind als andere oder immer im Recht. 
Wenn das passiert, ziehen wir den Teil dem Ganzen vor und gehören zu dieser oder jener Gruppe noch bevor wir zur Kirche gehören..
Wir werden eifrige Unterstützer einer Seite anstatt Brüder und Schwestern in dem einen Geist.
Wir werden "rechte" oder "linke" Christen -statt auf der Seite Jesu zu sein, unbeugsame Wärter der Vergangenheit oder Avantgarde der Zukunft anstatt demütige und dankbare Kinder der Kirche.
Das Ergebnis ist Diversität ohne Einheit. 
Die gegenteilige Versuchung ist die Suche nach Einheit ohne Vielfalt.
Hier wird Einheit Uniformität, in der alle alles zusammen und auf die gleiche Weise tun und immer gleich denken müssen. 
Einheit endet dann als Homogenität und ist nicht länger Freiheit."

Ich dachte, daß es leichter wäre, diese Worte zu bewerten, wenn man einige Dinge weiß, die ich zufällig erfahren habe. Einige sind öffentlich bekannt, andere nicht.
Die öffentlich bekannten sind: z.B. die Entscheidung, nicht in einem offenen und sachlichen Dialog auf die Bitte nach Klarstellung zu antworten, wie die von den vier Kardinälen präsentierten und von vielen anderen Kardinälen, Bischöfen. einfachen Priestern, Gelehrten und Laien -auch in Petitionen und offenen Briefen unterstützen dubia.
Und anstatt ihnen zu antworten, beschreibt der Papst sie als rigide; und dann sind da alle anderen Beleidigungen, die wir in diesen letzten Jahren gehört haben.




Dann aber auch die Belohnungen- nur und immer-für Priester, die einer bestimmten Orientierung angehören- und obwohl fragwürdig- durch die Ernennung zum Bischof oder sogar die Übergabe des roten Hutes; Die Vernachlässigung anderer, die es wegen der Heiligkeit ihres Lebens, ihrer Fairness, ihre Verhaltens und der Leidenschaft für ihre Arbeit verdient hätten;
Oder die Bestrafung ganzer Bischofskonferenzen, die als zu eng mit der Kirchentradition verbunden verurteilt werden.

Eine andere Information, die ich erhalten habe, ist vertraulich, aber ich denke, daß ich von ihr berichten muß. So wie z.B. vom weltweiten Vorschlag, zu vermeiden, Priester, die bestimmten kirchlichen -als zu konservativ betrachteten- Realitäten angehören, auf die Kandidatenliste für´s Bischofsamt zu setzen.  Oder sogar -wie im Fall bestimmter großer Bischofskonferenzen- die Erstellung einer Art von Verbotsliste-die natürlich nicht veröffentlicht werden soll- mit dem Ziel, bestimmte Kardinäle und Bischöfe von Beratungen und Treffen auszuschließen; Und einige Kanditaten für das Bischofsamt, für das sie vorgeschlagen wurden, strikt zu verbieten.

Im Licht all dessen erscheint mir eine scharfsinnig schöne Auslegung des Pfingst-Sonntags ein bißchen merkwürdig. Auch wenn es immer möglich ist- fällt es mir doch sehr schwer, zu glauben, daß einige Aktionen ohne das Wissen des Pontifex durchgeführt werden- angesichts der Charaktere, die von seinem Machtkreis angezogen werden.

Quelle: Stilum Curiae, M. Tosatti


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