Samstag, 25. März 2017

Ecce Virgo concipiet .....

           

            

Kardinal Arinze oder ein Löwe im Winter

John Allen hat für Crux den nigerianischen Kardinal F. Arinze interviewt.
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"KARDINAL ARINZE : NACH AFRIKANISCHEM STANDARD BIN ICH NICHT KONSERVATIV,  DA BIN ICH NORMAL"

Der Nigerianische Kardinal Francis Arinze - emeritierter Präfekt der Liturgie-& Sakramenten-Kongregation- nach der Abschlussmesse der Bischofssynode zur Familie im Vatican am 25. Oktober 2015

                           Cardinal: ‘By African standards, I’m not conservative, I’m normal’


Vom 22.-25. März fand in der Universität von Nôtre Dame, veranstaltet im Global-Gateway-Center, eine Konferenz über die Afrikanische Theologie statt. Einer der Gäste war der Nigerianische Kardinal Francis Arinze, früheres Oberhaupt der Liturgiekongregation.

Mariae Verkündigung in der Malerei

Der Kunsthistoriker Daniel Esparza führt uns bei Aleteia ein bißchen in die Symbolik der Verkündigungsdarstellungen der christlichen Kunst ein
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  "DIE (NICHT SO) VERBORGENEN INHALTE IN DEN    VERKÜNDIGUNGSBILDERN"

Von Fra Angelico zu Leonardo, das klassische Marienmotiv ist mehr als nur eine Illustration einer Passage im Evangelium.

 
  Bild public domain

Ungleich einiger anderer ikonographischen Motive der Christlichen Kunst wir die Verkündigungs-Szene zumindest in einem der Evangelien bis ins Detail erzählt: dem von Lukas.
Auch wenn man eine andere, kürzere Verkündigungsszene im matthäus-Evangelium (1, 18-25) die Verkündigung an Joseph, haben sich meisten Künstler das Lukas-Evangelium als erzählerische Quelle für ihre Bilder zu nutzen. 
Nicht nur wegen der vielen im Lukas-Text enthaltenen Einzelheiten sondern auch wegen seiner reichen Symbolik und theologischen Bedeutung- besonders der mariologischen- die in einer "graphischen" Übersetzung des Evangeliums-Textes angesprochen werden konnten.

Darstellungen der Verkündigung gehen bis ins frühe Christentum -zurück. die älteste kann man in der Priscilla-Katakombe finden, nach einigen Quellen ins 4. Jahrhundert datiert. Seit diesen frühen Wurzeln wurde dieses Sujet Teil des graphischen Repertoires fast jeden großen Künstlers. 
Diese Künstler und ihr Publikum waren sich des in der Szene enthaltenen tiefen, reichen Symbolismus bewußt, aber es ist eine visuelle Sprache, mit der wir heute weniger vertraut sind.

Einige Verkündigungs-Bilder, z.B. mittelalterliche Bilder aus dem 12. und 13. Jahrhundert enthalten den "Thron" Marias, einen kunstvollen Sitz, auf dem die Jungfrau sitzt um die Ankündigung des Engels entgegen zu nehmen. Mit seinen reichen Polstern und Schnitzereien (häufig den Löwenköpfen, mit denen der Thron König Salomos geschmückt war) zielte die Einbeziehung dieses anachronistischen Möbelstücks darauf ab, den Titel Marias als "Sitz der Weisheit" und ihre Autorität als Königin des Himmels, Regina Caeli, zu betonen.
Auch wenn die offizielle Katholische Lehre vom Königin-Status durch die Enzyklika Papst Pius XII "Ad Caeli Reginam" definiert wurde, wurde Maria in der Tradition seit dem 5. Jahrhundert "Königin des Himmels" genannt, direkt nach dem Konzil von Ephesus, das Maria als Mutter Gottes proklamierte.

Eine Taube, die traditionell (basierend auf dem Bericht über Jesu Taufe durch Johannes) in der Christlichen Kunst den Hl. Geist darstellt, spielt auf einigen mittelalterlichen Bildern der Verkündigung eine interessante Rolle. 
Während  die meisten üblichen Darstellungen die Taube über Maria schwebend darstellen ("der Geist des Allerhöchsten wird dich überschatten") fliegt die Taube in manchen Bildern auf das Ohr der Jungfrau zu. Den Grund dafür kann man in einigen frühen Texten der Christlichen Tradition finden, die sich auf die jungfräuliche Empfängnis Jesu beziehen, sie habe durch das Hören auf die Worte des Engels empfangen, was beinhaltet, daß das Hören auf Gottes Wort die Seele fruchtbar macht.
Ephrem der Syrer (der größte Dichter des Zeitalters der Kirchen-Väter, der einzige "Theologen-Poet von Rang" neben Dante würde Robert Murray sagen) wurde 1920 von Papst Benedikt XV zum Kirchenlehrer ernannt, schrieb im frühen 4. Jahrhundert:

     "Wie der Brennende Busch am Horeb (Berg Sinai), der im Herzen der Flammen Gott            trug, so hat Maria Christus in ihre Jungfräulichkeit gebracht : durch ihr Ohr trat das        Göttliche Wort des Vaters ein und wohnte heimlich in ihrem Leib"

Es ist nicht ungewöhnlich, Maria eher ein Buch lesend vorzufinden, als mit einer Spindel oder anderen häuslichen Tätigkeiten beschäftigt. Nach einigen Quellenangaben ist das auf den Einfluss der Franziskanischen Spiritualität zurück zu führen, die die Frömmigkeit Mariens unterstreicht.
Das Buch, das Maria üblicherweise hält ist ein Psalter, was bedeutet, daß sie betet, wenn Gabriel die Botschaft überbringt. Einige Künstler gehen weiter ins Detail und zeigen Maria nicht mit einem Psalter sondern das Buch Jesaja, in dem die Prophezeiung der empfangenden Jungfrau (Jesaja 7:14, "Und der Herr selbst wird dir ein Zeichen geben. Weil eine Jungfrau empfangen wird und einen Sohn gebären uns sein Name wird sein Immanuel) zu finden ist. Natürlich gab es zu Marias Zeit keine Bücher,  wie wir  sie kennen; Künstler nutzten die Objekte ihrer eigenen Welt, um die Botschaft zu überbringen.


"Papst Franziskus als Historiker"- Fortsetzung


Fortsetzung :  "Papst Franziskus als Historiker" 
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"Was können die Bemerkungen des Papstes über die hegemoniale Konzeption eines Römischen Zentralismus bewirken? Sie verdunkeln mehr als daß sie uns etwas über die umstrittene, aber auch kritische und immer noch nicht ausreichend erforschte Ära der Entwicklung der weltweiten Katholischen Missionspraxis, der kirchlichen Aufsicht und Regulierung sagen.
Sie tun auch das Gedächtnis an Kirchenführer der länger zurückliegenden Vergangenheit ab und überdecken es,  zugunsten einer aktuellen Agenda für "inkulturierende" Formen von Christenheit in die indigenen Kulturen der Welt, eine Agenda, die detailliert in der apostolischen Exhortation des Hl. Vaters, "Evangelii Gaudium" skizziert wurde.

Dort- argumentiert der Hl. Vater - der für die Möglichkeit offen zu sein scheint, daß dieser alte Römische Katholizismus und sogar zentrale Rituale, Glaubensbekenntnisse und Formelemente vom Evangelium oder dem von der Kirche verkündeten Wort  getrennt werden können:
 "Es ist nicht essentiell, zusammen mit dem Evangelium eine bestimmte kulturelle Form einzuführen, ganz gleich wie schön oder alt sie sein mag. Die Botschaft, die wir verkünden. hat immer ein bestimmtes kulturelles Kleid, aber wir in der Kirche...verfallen manchmal  in ein unnötiges Heiligsprechen unserer eigenen Kultur."

Solche Bedenken können helfen, den Reiz zu erklären, den Martin Luther mit der starken Betonung des gepredigten Wortes  und seiner radikal spiritualisierten und ahistorischen Sicht der Kirche auf Papst Franziskus ausüben.
Kehren wir also zu den historischen Behauptungen des Hl. Vaters zurück, mit denen wir begonnen haben, über Martin Luther und die Gründe-durch die Zeit hindurch-für die tiefe Teilung zwischen Lutheranern und Katholiken. (Das sind Bemerkungen die- vom Papst aus Rom kommend- ich kann mir nicht helfen- für den Reformator selbst sehr erstaunlich sein könnten).

Im Hinblick auf die einfache Behauptung, daß Martin Luther eigentlich die Kirche nur hatte erneuern wollen, nicht sie spalten, ist es tatsächlich so, daß es heute historischer Konsens ist, daß der Reformator 1517, als er den religiösen Autoritäten  und einem größeren Publikum in und um Wittenberg die 95 Thesen präsentierte, nicht die Absicht hatte, die Katholische Kirche zu verlassen.
Allerdings leugnen auch Reformationsforscher, im Bewußtsein der zeitgenössischen ökumenischen Hindernisse nicht, daß Luther schon sehr früh während seiner Reform-Laufbahn überzeugt wurde, daß die internationale, sichtbare Kirche- wie sie von Päpsten, Kardinälen und Bischöfen geleitet wurde, unrettbar korrupt war,  "judaisiert" in ihrer Betonung von Gesetzen und Ritualen und deshalb inhärent mit der "wahren", unsichtbaren Kirche aller ernsthaften Gläubigen, wie er sie definierte.

Zum Fest Mariae Verkündigung

Dank an unsere Patrona Bavariae:




In neun Monaten ist Weihnachten!

ein Fundstück, oder warum wir nicht auf Gott hören

eigentlich neige ich dazu, sowohl im reallife, alsauch im virtual life, viel zu viel zu reden,
aber dem Satz, den ich heute gelesen habe, ist wenig hinzuzufügen.
Dieser Satz lautet:

Die meisten Christen hören nicht auf Gottes Stimme, weil sie eh schon beschlossen haben nicht zu tun, was er sagt

Der Tip für die Fastenzeit ist deshalb, mal wieder Bibel lesen, oder es mit der stillen Anbetung probieren.

Freitag, 24. März 2017

was zum Trost

Neulich war ich in Nightfever und wieder ging mir auf, was mir unmittelbar nach meiner Heimkehr in die Kirche aufgegangen war.
Die Schönheit eines allein von Kerzen erleuchteten Kirchenraums und den wunderbaren Trost, der von feierlich ausgesetztem Allerheiligsten mitsamt geistlicher Musik ausgeht.
Und doch fand ich es, wie damals schon, irgendwie zuwenig.
Man hat den starken Eindruck, dass die Geborgenheit, die man durchaus, so man will, der Präsens Gottes in der Hostie zuschreiben kann, absolut machtlos ist und das gute Gefühl hinter der Kirchentür aufhört und dazu  und das ist ja auch eine Erfahrung niemanden, der das nicht kennt einfach so trifft.

Kurios und virtuos zugleich.....

     
   Johann Sebastian Bach: Gigue aus der Französischen Suite Nr. 5 in G-Dur, BWV 816

            

Aus der Missionsgeschichte der Jesuiten. Der Papst als Historiker- oder Schuster bleib bei deinen Leisten...?

Bronwen Catherine McShea, Historikerin mit Schwerpunkt frühe Neuzeit, hat sich mit Papst Franziskus´ vielleicht etwas verinfachenden Thesen zur Mission und den Missionaren just dieser Zeit auseinander gesetzt und kommentiert sie bei bei "First Things"
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           "PAPST FRANZISKUS ALS HISTORIKER"
Während eines freundschaftlichen Treffens mit einer ökumenischen Delegation aus Finnland am 19. Januar hat Papst Franziskus seinen Einsatz für eine Wiedervereinigung mit den Lutherischen Christen unterstrichen, in dem er eine historische These über den großen deutschen Reformator aufstellte:

"Das Ziel Martin Luthers vor 500 Jahren war, die Kirche zu erneuern, nicht sie zu spalten."

Einen Tag oder so vorher, begann in Rom das Gerücht die Runde zu machen, daß der Vatican den 500. Jahrestag der 95 Thesen Luthers durch eine spezielle Briefmarke ehren wolle.
Und davor-im vergangenen Herbst- pries der Papst Luther dafür, die Aufmerksamkeit der Kirche auf die Zentralität der Hl.Schrift zurückgeleitet zu haben und die folgende Trennung zwischen Katholiken und Lutheranern nicht auf das, was der Reformator selbst getan hatte, zurückzuführen, sondern auf jene von uns, die "in uns selbst verschlossen sind aus Angst oder Unsicherheit im Hinblick auf den Glauben, den andere mit einem anderen Akzent und einer anderen Sprache bekennen."

Der kürzliche Exkurs des Papstes in die Geschichte der frühen Neuzeit hat ihn nicht nur in das Deutschland der Reformation geführt, sondern auch nach China und Indien in den Tagen der ersten Jesuiten-Mission.
Am 24. Oktober- bei einem ausführlichen Gespräch mit den Delegierten der 36. Vollversammlung der SJ hat unser erster jesuitischer Papst das Bestreben des modernen Katholizismus, die indigenen Kulturen zu schützen mit dem eurozentrischen, imperialistischen Charakter der Kolonialzeit-Kirche verglichen und behauptet, daß während wenige Jesuiten-Missionare des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts durch den Hl. Geist klar verstanden hätten, "daß das Evangelium bei den heidnischen Völkern inkulturiert werden müsse", und diese Missionare die Ausnahme von der Regel waren:

"Denken Sie z,B. an die Erfahrung von Matteo Ricci und Roberto de Nobili. Sie waren Pioniere, aber  eine hegemoniale Wahrnehmung des Römischen Zentralismus hat dieses Experiment beendet und  unterbrochen. Er kam einem Dialog zuvor, in dem Kulturen respektiert wurden. Und das passierte,  weil sie soziale Gebräuche mit einer religiösen Hermeneutik interpretierten Respekt für die  Toten....wurde mit Götzenanbetung verwechselt."

Erst vor kurzem schlug Franziskus vor, die Kirchenführer sollten zu einem "größeren Bewußtsein ...für indigene Völker kommen, um Ausdruck und Kultur jedes von ihnen zu unterstützen."

Als Christ des 21. Jahrhunderts applaudiere ich und bete um Erfolg für die fortgesetzten Bemühungen des Papstes, von Lutheranern, Katholiken und anderen, die Jesus Christus bekennen, sich um die Wiedervereinigung im Geist des Gebetes und der Wahrheit zu bemühen.
Ich teile auch die Sorgen des Papstes, daß die christliche Evangelisierung die reichen, diversen Kulturen hüten und stärken sollten, besonders angesichts des oft brutalen Vorgehens der Globalisierung.

Aber als Historikerin, mit besonderem Schwerpunkt für die Welt der Frühen Moderne, die von Luther und den frühen Jesuiten-Missionaren bewohnt wurde, zucke ich bei den historischen Formulierungen des Papstes zusammen.
Sie werden den Hauptakteuren und den beteiligten Faktoren nicht gerecht. Sie instrumentalisieren die Geschichte eher, als daß sie eine rezeptive Haltung gegenüber den Lehren aus der Geschichte einnehmen, um die Agenda des aktuellen Augenblicks voran zu bringen. 
Während solche Äußerungen harmlos wären, wären sie in einer meiner Einführungsvorlseungen vorgekommen, erfordern sie eine respektvolle Kritik, wenn sie von einem Mann geäußert werden, der den Titel und das Siegel des Summus Pontifex der Universalen Kirche trägt.


Donnerstag, 23. März 2017

Gott weiß!

Gestern habe ich mir meinen Frust etwas von der Seele geschrieben 
und die heutige Lesung ist wie eine Antwort darauf:

Selbige Lesung lautet:

Denn ich habe zu euren Vätern zur Zeit, da ich sie aus dem Lande Ägypten führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern;
23. sondern dies habe ich ihnen anbefohlen und gesprochen: Höret auf meine Stimme, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein; und wandelt in allem auf dem Wege, den ich euch geboten, auf dass es euch wohl gehe!20
24. Sie aber hörten nicht darauf21 und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern gingen ihren Gelüsten nach in der Verkehrtheit ihres bösen Herzens und sie kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht
25. von dem Tage an, da ihre Väter aus dem Lande Ägypten ausgezogen,22 bis auf diesen Tag. Und ich habe zu euch ohne Unterlass alle meine Diener, die Propheten, vom frühen Morgen beginnend, immerfort gesendet;
26. doch sie hörten nicht auf mich und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern waren halsstarrig und trieben es ärger als ihre Väter. [Jer 16,12]
27. Wenn du nun zu ihnen alle diese Worte redest, so werden sie doch nicht auf dich hören; und rufest du ihnen zu, so werden sie dir keine Antwort geben.
28. So sprich denn zu ihnen: Dies ist das Volk, welches auf die Stimme des Herrn, seines Gottes, nicht gehört und keine Zucht angenommen hat; die Treue ist geschwunden und von ihrem Munde weggetilgt.


Historisches Datum: nicht ganz, aber fast. Heute vor 274 Jahren,


also am 19. März 1743 wurde Georg Friedrich Händels MESSIAS  erstmals in London im Covent Garden aufgeführt- der Text des Oratoriums besteht ausschließlich aus Bibel-Versen und beginnt mit "Comfort ye my people"


         


"Tröste dich, mein Volk, spricht dein Gott. Redet trostreich mit Jerusalem und ruft ihr zu, dass ihr Kriegsdienst zu Ende, dass ihre Missetat vergeben ist. Es ist seine Stimme, die verkündigt in der Wildnis: Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet in der Wüste einen Pfad für unsern Gott.

Jedes Tal soll erhöht werden, und jeden Berg und Hügel macht tief, das Krumme gerade und die unebenen Stellen glatt."
(Jesaja 40, 1-4)


Sandro Magister über Neo-Papisten aus Bologna und anderswo und vier Kirschen

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die teilweise auffälligen und merkwürdigen Reaktionen der Neo-Papolatriker in Theologie und Kirche auf Kritik am Pontifex und besonders auf die Dubia und ihre Autoren.
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"ERZBISCHOF FORTE, PROFESSOR MELLONI UND DIE UNVERDAUTEN VIER KIRSCHEN"

Forte
"Um zu verstehen, wie Franziskus mit seinen Widersachern umgeht, ist der Erzbischof und Theologe Bruno Forte ein zuverlässiges Orakel, besonders seit er öffentlich erzählt hat, was der  Papst ihm während der letzten Synode sagte, bei der er als Spezialsekretär agierte.
"Wenn wir ausdrücklich über die Kommunion für die wiederverheirateteten Geschiedenen sprechen, können Sie sich nicht vorstellen, welches Chaos diese Burschen für uns anrichten werden. Sprechen wir also nicht  direkt darüber, Sie sorgen für die Voraussetzungen und ich ziehe dann die Konsequenzen."

Wie man weiß, hat Franziskus die Konsequenzen gezogen- in der postsynodalen Exhortation "Amoris Laetitia" , aber in einer so mehrdeutigen Form, daß er unausweichlich den Widerstand und die Verwirrung in der ganzen Kirche verstärkt und dadurch vier Kardinäle dazu veranlaßt hat, ihn öffentlich zu bitten, Klarheit in die durch dieses sein flüssiges Lehramt  kreierten "dubia" zu bringen.

Für für Bruno Forte aber ist es nicht der Text von "Amoris Laetitia", der Zweifel erzeugt hat, sondern es sind diese letzteren und jene, die sie äußern, die Unsicherheit und Spaltung unter den Katholiken und anderen säen.

Das und mehr hat der Erzbischof und frühere Spezialsekretär der beiden Familiensynoden, der auch einer der Vertrauensmänner Jorge Mario Bergoglios ist, bei einer Pressekonferenz gesagt, die er am 9.März in Rom in der Kirche San Salvatore in Lauro gegeben hat- die vom Weihbischof der Papstdiözese, Gianrico Ruzza eingeleitet und deren weiterer Sprecher- direkt nach ihm- der Kirchenhistoriker Alberto Melloni, der leitende Kopf der berühmten "Schule von Bologna" war.

Das Hauptargument das Forte zur Unterstützung für die Position von Papst Franziskus vorbrachte, ist die Übereinstimmung zwischen dem, was in "Amoris Laetitia" geschrieben ist und den Propositionen,  über die bei der Bischofssynode abgestimmt wurde: ein "consensus fidelium"- fügte er hinzu- der von denen, die die "dubia" erhoben haben, fälschlicherweise verlassen worden ist.

Hier seine genauen Worte dazu, transskribiert nach einer Audioaufnahme der Konferenz:
"Die Schlusspunkte der Synode wurden von den Vertretern der Episkopate der gesamten Welt mit außerordentlicher Mehrheit angenommen: fast alle einstimmig und die delikateren zumindest von 
Zweidritteln.
Franziskus hatte klare Ideen, er wußte, wohin er gehen wollte. Als er mich zum Sekretär der Synode berief, sagte er zu mir: "Für mich ist es wichtig dort mit allen Bischöfen der Welt anzukommen, weil der Papst der Diener der Diener Gottes ist und ich will, daß wir zusammenwachsen.
Es ist für niemanden von uns wichtig, ob ein Dokument für die Kirche ohne die Reise, die wir gemacht haben, geschrieben wird. "
Das ist ein Aspekt, der nicht übersehen werden darf. Papst Franziskus hat die Kollegialität ernst genommen. Da sind diejenigen, die die ausgerechnet haben, daß 85% der postsynodalen Exhortation aus Texten der Schluss-Relatio der Synode stammen. Die Texte sind in Kollegialität mit den Episkopaten der Welt an der Seite des Nachfolgers Petri gereift.
Wir sehen uns  hier dem gegenüber, was ein veritabler "sensus" ist, ein beeindruckender "consensus fidelium" .
Das ist es, weshalb die dubia, im Untergrund Zweifel über jene, die sie geäußert haben aufkommen lassen, weil einige von ihnen bei der Synode nicht anwesend waren und nicht gesehen haben, welche große Kraft der Gemeinschaft es dort gab."


Mittwoch, 22. März 2017

Bibel für alle, besonders die Kirchenführer, oder so.

Ich versteh eigentlich nicht, wie sich jemand bekehren kann, indem er die Bibel liest, zu wenig erschließt sie sich beim reinen Lesen, so scheint mir.
Manche Bilder hat man sein Leben lang präsent, dann schlägt man die Schrift auf, liest das erste mal den Zusammenhang und ist nur noch geschockt.
Ein Beispiel ist der König David, der mir aus Kinderbibelzeiten als der liebe, nette, mutige, ehrliche, gute in Erinnerung war.
Irgendwann habe ich im Buch der Könige und der Chronik nachgelesen, mei, mei kann ich da nur sagen.
Es widerstrebt mir ja meinen Lesern schlechte Geschichten zuzumuten, aber David ist schon eine Nummer für sich, auch und wenn er oft in der Zwickmühle war.
Und jetzt sind wir beim Problem.
Irgendwo haben ich mal über genau dieses  Problem gelesen,. welches  schon den Kirchenvätern bekannt war, und in der Scholastik zu erbitterten Diskussionen geführt hat, wobei die Beteiligten nicht wirklich wussten, wie  man das zusammenbringen soll den guten, absoluten und absolut guten Gott und manche  Geschichten aus dem AT.
Der Autor nannte das was die Kirchenväter da veranstalteten "umständliche Reinwaschungsbemühungen"
Mir selber ist, und nun wird es aber auch schwierig, weil wer bin ich schon, der die Kirchenväter korrigieren will? aber dennoch mir ist ein anderer Ansatz lieber, nämlich:
Ich gehe einfach davon aus, dass die Gestalten des AT genauso Idioten waren, wie die Gestalten aus dem NT ff, also wir, und weder besser noch schlechter als wir, auch und wenn sie in anderen Zeiten lebten.

Die Grabeskirche in Jerusalem erstrahlt in neuem Glanz

Ein schöner Bericht des BR über die restaurierte Grabeskirche:


Die Neo-Papisten kennen bei Dissens mit dem Pontifex & der "neuen" Kirche kein Pardon

Riccardo Cascioli berichtet in seinem heutigen Leitartikel für La Nuova Bussola Quotidiana anhand einiger Vorkommnisse in Italien über die aktuelle Stimmung in der Kirche.
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  "BELEIDIGUNGEN GEGEN KARDINÄLE UND DIE "NEUE KIRCHE DES VOLKES"

"Die Luft in der Kirche wird immer dünner, wer auch immer wagt, auch nur Verwunderung über einige Äußerungen von Papst Franziskus zu äußern oder nur an die Glaubenswahrheit, die die Kirche immer verkündet hat, zu erinnern, endet im Fadenkreuz der neuen Jakobiner. Der Letzte in der Reihe, der die Kosten für dieses Klima tragen mußte, war der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard L. Müller, der an diesem Abend in Triest sein wird, um an einer Begegnung im Rahmen einer Inititative der Kathedrale des Hl. Giusto teilzunehmen.

Seiner Ankunft ging ein Protestbrief von der üblichen Gruppe von Katho-Kommunisten voraus, den hat die örtliche (Laien)-Tageszeitung Il Piccolo übernommen: "Unterschriften-Sammlung gegen den Anti-Bergoglio-Kardinal" titelte die Zeitung.
Nutzlos daran zu erinnern, daß Kardinal Müller sich nie gegen den Papst gewandt hat,  aber jetzt genügt es, die Zentralität der Lehre für die Erscheinung der Kirche zu bekräftigen, um die Hexenjagd zu eröffnen.
Und wenn man das nicht offen sagen kann, benutzt man als Vorwand die Pädophilie-Frage: in diesem Fall ist Müller zum Sündenbock für den  geräuschvollen Rücktritt eines Opfers sexuellen Mißbrauchs aus der Kommission gemacht worden, die ad hoc vom Papst eingesetzt wurde (und man sollte über den Gebrauch den man von einem Drama wie der Pädophilie macht, nachdenken, um die Rechnung mit einem Bischof zu begleichen, der nicht mit dem aktuellen Pontifikat übereinstimmt.)

Der Fall von Triest jedoch ist schwerwiegend und würde eine entschiedene Reaktion der Sala Stampa des Hl. Stuhls verdient haben, aber aus irgendeinem Grund würden wir auf Schweigen wetten.
Vielleicht weil wir letztlich einem Beispiel für fortgesetzte und ungestrafte peinliche Äußerungen gegen die Kardinäle beiwohnen, die die dubia unterschrieben haben und auch von Personen, die dem Papst nahe stehen.
Das ist der Fall, den der Vaticanist Sandro Magister vor einigen Tagen präsentiert hat, in dem einige Auszüge aus Statements von Bischof Bruno Forte und des Kirchenhistorikers Alberto Melloni am vergangenen 9. März in Rom anläßlich einer Konferenz gemacht hat, wiedergegeben werden.
Wenn Forte bei den "Säern von Zweifeln" die "Unsicherheiten und Spaltungen unter Katholiken und nicht nur" verursachen sieht, hat Melloni Spott über die Kardinäle ausgeschüttet als "vier Kirschen, die sich für  den Kirschbaum halten".
             
Am 25. Februar gab es dagegen einen schwerwiegenden Angriff von Don Vinicio Albanese, Gründer der Gemeinschaft von Capodarco, der mit seiner Gemeinschaft vom Papst in Audienz empfangen wurde und folgende Äußerungen fallen ließ: "Die, die Dubia stammeln, sind ein bißchen Pharisäer und Schriftgelehrte, weil sie die Barmherzigkeit nicht begreifen, die Sie für die Dinge vorschlagen. Das ist ärgerlich, aber wir sind mit Ihnen und werden Sie immer unterstützen"
Unglaublich, daß man öffentlich vor dem Papst so über Kardinäle sprechen kann, aber man muß leider sagen, daß es von Seiten des Pontifex keinerlei Reaktionen gab.

Ein Schweigen, daß auf verschiedene Art interpretieren kann, aber sicher gibt es Leute, die das als Signal dafür verstehen, daß man ruhig bestimmte Beleidigungen aussprechen kann. Und die sich dann entsprechend verhalten. Und letztendlich - und es schmerzt das sagen zu müssen- hat genau dieser Papst in seinem kürzlich der deutschen Zeitung "Die Zeit" gegebenen Interview wenig schmeichelhafte Worte gegen Kardinal Raymond Burke gesprochen. Thema waren die Ereignisse um den Malteser Orden, aber der Vorwurf der Unfähigkeit gegen ihn, der dem Namen nach Kardinalpatron der Malteser Ritter bleibt, ist präzedenzlos.

Auf die dubia hat es bis jetzt keine Antwort gegeben, zum Ausgleich kamen Beleidigungen gegen die. die sie formuliert haben.
Und außerdem Vorwürfe des Ungehorsams, der Feindseligkeit gegenüber dem Papst, des Verbreitens von Zwietracht und so weiter. Aber um diese Angriffe zu verstehen, ist es der Mühe wert, sich daran zu erinnern, wer die neuen Inquisitoren sind. Wir haben Alberto Melloni zitiert, ein Mensch, der sich rühmt, Papst Franziskus besonders nahe zu stehen und der sicher zu den Beharrlichsten beim Beleidigen der Dubia-Kardinäle gehört.

Bei dem öffentlichen Treffen, vom Anfang des Artikels, behauptete Melloni, nachdem er "dieses Instrument Fragen an den Papst zu stellen für ungeeignet" definierte, daß Bischöfe und Kardinäle nicht das Recht haben, den Papst als Angeklagten zu behandeln.  Jetzt muß man, zum Teil weil die Dubia das vorgesehene und viele male gebrauchte  Instrument sind, um den Sinn einiger Dokumente klarzustellen und nicht nur das,  und zum Teil, weil niemand den Papst als Angeklagten behandelt hat, daran erinnern, daß der Melloni, der heute "Papist"ist, auch der Melloni ist, der ein Dokument offenen Widerstandes gegen den Hl. Johannes Paul II unterschrieben hat.

Man schrieb das Jahr 1989, Johannes Paul II war seit 11 Jahren Papst und Theologen und Intellektuelle der Linken konnten eine Interpretation des II.Vaticanischen Konzils nicht ertragen, die nicht im Sinn einer Ruptur mit der früheren Kirche und der Gründung einer neuen Kirche konform war. Weniger denn je konnten sie ertragen, daß der Papst Bischöfe ernannte, die nicht auf der Linie der stattfindenden Revolution waren.
So - als nach einem äußerst harten Text des Moraltheologen Bernard Haring (ist es ein Zufall, das der jetzt wieder modern wird?), der den Papst auf dem Gebiet der Sexualmoral angriff, im Januar 1989 die "Kölner Erklärung" erschien,ein Frontalangriff auf den Papst. der von 162 deutschsprachigen Theologen unterschrieben worden war. Eine Initiative, die dann in Holland, Spanien, Frankreich und Belgien und anderen Ländern wiederholt wurde.